Montag, März 17, 2008

Der Spediteur hats schwör

Heute endete eine interessanter Mammutprozess gegen Thomas Betz. Die Financial Times Deutschland veröffentlichte dazu folgenden Artikel:

Gute Führung
von Leo Klimm (Hamburg)

Nach zweieinhalb Jahren Haft kommt Thomas Betz wahrscheinlich frei. Seine Firma, die größte Spedition Europas, hat die Krise überlebt - dank der Meetings in Stammheim.

Thomas Betz will endlich raus. Seit zweieinhalb Jahren sitzt er in Untersuchungshaft. Seit anderthalb Jahren wird ihm der Prozess gemacht. Mehr als 100-mal ist der Chef der Spedition Willi Betz, der größten in Europa, im Neonlicht des Stuttgarter Landgerichts aufgetreten, immer tadellos in Anzug und Krawatte. Und immer war seine Frau Karen da, die er in den Verhandlungspausen über die Absperrung zum Zuschauerraum hinweg küsste. Ansonsten versank der Mann mit dem Schnauzbart meist schweigend im Angeklagtensessel und ließ die Anwälte machen. Zum Beispiel den Deal, durch den Betz am Montag wohl freikommt.

Schuld daran, dass Thomas Betz im legendären Gefängnis Stammheim landete, ist die Sache mit Bulgarien. Bulgarien wurde zum Fluch für ihn: Die Anklage wirft Betz vor, um die Jahrtausendwende Hunderte billige Lkw-Fahrer seiner bulgarischen Tochterfirma in der Europäischen Union eingesetzt zu haben, auf Lastern, die zum Teil in Georgien und Aserbaidschan angemeldet waren - und diese illegalerweise aus der Reutlinger Konzernzentrale gesteuert zu haben. Damit soll er die deutsche Sozialversicherung um Millionen betrogen haben.

Für den Rechtsdeal musste Betz diesen Vorwurf nun zähneknirschend einräumen...zum Artikel
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