Dienstag, Dezember 21, 2010

LKW-Fahrverbot in NRW

Alle meckern über die LKWs, die Fahrer und die die Unternehmer. Kein Fahrer setzt unnötig seine Gesundheit aufs Spiel und kein Unternehmer riskiert leichtsinnig seinen Fuhrpark. Es ist kein Spaß bei diesen Temperaturen mit dem LKw unterwegs zu sein. Auch die Ladetätigkeiten sind sehr frostig.

Ein LKW-Fahrverbot für teilweise sehr gut befahrbare Straßen zu verhängen ist Aktionismus der wenig bringt und viel Geld kostet. Spästestens wenn die Weihnachtsgeschenke, der Weihnachtsbraten und die Getränke für das Weihnachtsfest im Einzelhandel nicht ausreichen, wird man sehr lautstark fragen warum man nicht in der Lage war rechtzeitig die Läger zu bestücken.

Der Staat spart an der Infrastrukur und am Salz. Die Bahn hat nicht ausreichend Züge und nicht genug Mitarbeiter. Mit dem Aktionismus in NRW werden nur staatseigene Versäumnisse überspielt. Ein paar mehr Räumfahrzeuge, zusätzliche Mitarbeiter und mehr Salz würden allen Beteiligten sicherlich weiterhelfen.

Genug Maut zahlen die LKW, oder?

Folgenden Artikel fand ich in der Rheinischen Post:
Pannen beim Lkw-Fahrverbot

Das Land Nordrhein-Westfalen hat in der Nacht zu gestern Lkws über 7,5 Tonnen von der Autobahn verbannt. Mit diesem Fahrverbot wollte das Bundesland dem Chaos auf den winterlichen Straßen entgegensteuern. Dennoch wurde von vielen Lastwagen berichtet, die sich trotz des Verbots auf den Autobahnen unterwegs waren, da die Fahrer die Hinweisschilder und Radiodurchsagen in Deutsch nicht verstanden. "Wir werden die Sendeanstalten bitten, künftig in solchen Situationen mehrsprachige Verkehrshinweise zu senden", sagte Anne Lütkes, Regierungspräsidentin in Düsseldorf.

Das Bußgeld für Nichtbeachtung des Verbots beträgt 40 Euro. Zudem wird ein Punkt in Flensburg fällig. Dem Spediteur droht eine Strafe von 75 Euro plus ebenfalls ein Punkt in der Verkehrssünder-Kartei. Ein Polizeisprecher wies darauf hin, es werde "keine Jagd auf Fahrverbotsmuffel" gemacht.

Den Spediteuren ist nach eigenen Angaben ein Schaden in Millionenhöhe durch das Verbot entstanden. Die Unternehmer schließen Klagen gegen die Bezirksregierung nicht aus. Der Verband Spedition und Logistik NRW sprach von einer inakzeptablen Regelung. "Die Fahrer werden verunsichert", sagte der stellvertretende Geschäftsführer Sven Kische.

Der FDP-Politiker Christof Rasche forderte anstelle der Fahrverbote die Einführung einer Winterreifenpflicht für Lkw. Sollte diese nicht ausreichen, müsse über eine Schneekettenpflicht nachgedacht werden. Arndt Klocke, Verkehrsexperte der Grünen, forderte eine Mindestprofiltiefe von zwei Zentimetern für Lastwagenreifen. Er erklärte, die Finanznot der Kommunen sei die Ursache für den Streusalzmangel, der vielerorts herrsche und das Autofahren zu einem Sicherheitsrisiko mache.

In den vergangenen Tagen hatten liegengebliebene Lkws für zahlreiche Staus in NRW gesorgt. Wie die Kölner Polizei mitteilte, fuhren auf der A 61 bei Gymnich und am Kreuz Meckenheim jeweils in Richtung Venlo zwei Lkw in die Leitplanke.
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