Dienstag, Januar 19, 2010

Die Mehrwertsteuersenkung - Ein Bumerang?

Es gibt immer mehr kritische Stimmen zu den Steuergeschenken der FDP an die Hotelbranche auf Kosten aller anderen Branchen.

Folgenden Artikel fand ich heute bei wiwo.de:

Die Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen, die als Steuergeschenk der Regierungskoalition an Hotelbetreiber gedacht war, belastet Unternehmen, deren Mitarbeiter viel reisen. Einige wollen Preissenkungen fordern.

Mal wieder haben Politiker offenbar die Wechselwirkungen nicht bedacht, als sie den Hotels in Deutschland zum 1. Januar ein schönes Steuergeschenk machen wollten. Die Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen belastet Unternehmen, deren Mitarbeiter viel reisen. Beispielsweise Lufthansa und SAP wollen mit Hotels jetzt neu verhandeln und Preissenkungen fordern.

Ihren Gästen müssen die Herbergen für Übernachtungen nur noch den reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent in Rechnung stellen – statt 19 Prozent. Ihre Übernachtungspreise haben die Hotels allerdings nicht gesenkt. Die Gäste zahlen noch genauso viel wie vorher. Politisch gewollt war, dass die Hotelbetreiber dadurch höhere Einnahmen erzielen sollten. Aber das könnte sich jetzt als Bumerang herausstellen: „Für Geschäftsreisende, die Hotelpreise inklusive der Mehrwertsteuer zahlen und die zum Abzug von Vorsteuern berechtigt sind, wird die Übernachtung automatisch teurer, wenn die Mehrwertsteuersenkung nicht bei den Preisen weitergegeben wird", sagt Frank Wiesmann, Partner für Steuern bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG in Stuttgart.

Konnten die Unternehmen vom gesamten Übernachtungspreis früher 19 Prozent als Vorsteuer von ihren Umsatzsteuerzahlungen an das Finanzamt abziehen, sind es jetzt nur noch sieben Prozent. Da die Übernachtungspreise nicht gesunken sind, der Vorsteueranteil aber kleiner geworden ist, hat sich der Netto-Übernachtungspreis für die Unternehmen erhöht und das wollen viele Unternehmen jetzt nicht auf sich sitzen lassen und mit den Hotels nachverhandeln.
Nur das die Hotels sich gewaltig wehren die Preise zu senken.
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