Sonntag, März 13, 2011

Japan-Messestand auf der ITB geschlossen

Die Katastrophe in Japan ist gestern auf dem Publikumstag der Reisemesse ITB in Berlin ein großes Thema gewesen. Die Menschen sind angesicht solcher großen Veränderungen in der Welt dann doch nicht ohne weiteres bereit über ihren nächsten Urlaub nachzudenken.

Folgenden Artikel fand ich in der Berliner Morgenpost:
Sonntag, 13. März 2011 01:55 - Von Andrea Kolpatzik

Eigentlich wollten sich die 188 Länder auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) am Sonnabend beim ersten Publikumstag als Sehnsuchtsorte präsentieren.

Mit Samba-Rhythmen, Gewinnspielen und kuriosen "Länderspielen" warben sie um die Gunst der Urlauber. Doch so heiter sich die Aussteller vor der Weltöffentlichkeit auch inszenierten - das Erdbeben in Japan, der Tsunami und der Brand in einem Kernkraftwerk holten die Besucher der Messe rasch ein. Das dämmert ihnen spätestens um 13 Uhr. Die japanischen Vertreter lösten ihren Messestand in Halle 26 auf und bauten ihn ab. Zuletzt wurde das noch verbliebene Werbematerial an die Leute gebracht. Vor dem Informationsstand herrschte bis zuletzt Gedränge, die Papiertaschen mit der aufgehenden Sonne waren am Sonnabend hoch begehrt. Doch schon um 10.30 Uhr waren die Messestände von Okura, Nippon Express und Nikko Hotels verwaist gewesen. Das Personal habe die Messe verlassen, sagte eine Sprecherin. Viele wollten sich zunächst nach dem Wohlergehen ihrer Angehörigen in Japan erkundigen und dann heimreisen.

Herrschte auf der Messe am Freitag nach der Katastrophenmeldung noch eine eigentümliche Gelassenheit, so war der Schock über die weiteren Geschehnisse in Japan deutlich zu spüren. Während am Freitag die Informationen über das Erdbeben der Stärke 8,9 nur häppchenweise in die Messehalle eindrangen, war auch den japanischen Reisevertretern am Sonnabend das ganze Ausmaß der Katastrophe klar. Dementsprechend groß war die Verunsicherung.

Mitarbeiter, deren Familien am Freitag noch Entwarnung gaben, bangten am Sonnabend wieder um ihre Angehörigen. So überstand die Familie von Mayu Suzuki, die in der Nähe von Tokio lebt, das Erdbeben zwar unbeschadet, aber der Vater soll noch in Tokio festsitzen. "Das Geschirr ist kaputt, aber das Haus meiner Eltern steht noch", sagte die 30-jährige Mitarbeiterin der Japan Concierge AG am Vortag noch optimistisch. Am Mittag fand im Raum der Stille in Halle 6.2 eine Gedenkandacht für die Opfer der Katastrophe statt.
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